Success Story

Optimierung industrieller Walzprozesse

AC²T entwickelt ein detailliertes Modell der mikroskopischen Kontaktsituation zur Optimierung industrieller Walzprozesse

Das Forschungsziel war die Entwickelung eines neues Reibungsmodells, welches als tribologi­sches Vorhersageinstrument in der Metall­verarbeitung, z. B. dem Warmwalzprozess von Aluminiumblechen, dient. Ein zuverlässiges Reibungsmodell in Metallbearbeitungsprozessen trägt dazu bei, die Genauigkeit und Effizienz zu erhöhen und damit Kosten und Energieverbrauch zu senken.

Untersuchung der Reibung auf der Rauheits-ebene

Mit derzeit gängigen Vereinfachungen, wie der Verwendung eines konstanten Coulombschen Reibungskoeffizienten, ist die Optimierung des Prozesses in Bezug auf Energie und Kosten nicht möglich. In dieser Arbeit wurde ein Modell zur Vorhersage der Reibung entlang des Kontakts eines Warmwalzstichs entwickelt, das thermo­viskoplastische Materialeigenschaften der Aluminium­legierung (makroskopisches Modell), die Topo­grafie der Walze und die Darstellung des Kontakt­bereichs in Kontaktfeldern (mikroskopi­sches Modell), analytische Modelle und Tribo­meter­versuche umfasst.

(Bild: AC2T research GmbH)
(Bild: AC2T research GmbH)

Auswirkungen von eingeschlossenem Schmierstoff

Die Reibung hängt davon ab, wie sich Physik und Chemie in der Kontaktzone während des Umformprozesses entwickeln. Zu diesen Kompo­nenten gehören zum Beispiel die Bildung von Schmierstofftaschen, mikro-plastohydrodynami­sche Schmierbereiche, Tribofilmbildung und Metallkontaktstellen. Plastische Kontakte mit hohem Kontaktflächenanteil werden stark von der Masseverformung beeinflusst. Mit zunehmender Anzahl der sich berührenden Unebenheiten beginnen die auf sie wirkenden Spannungsfelder zu interagieren, was zu plastischem Fließen im Substrat führt. Mit den modellierten Oberflächen und eines etablierten Abflachungskontaktmodells können bei bekannten rheologischen Eigen­schaften der Schmierstoffe die Schmierstoff­einschlüsse und ihre Auswirkungen auf die reale Kontaktfläche quantifiziert werden.

Mit diesem Reibungsmodell ist der Projektpartner nun in der Lage, die Oberflächentopografie der Walzen unter Berücksichtigung der Schmierungs-bedingungen zu optimieren, um einen stabilen und effizienten Walzprozess für hochwertige Produkte zu etablieren.

Oben: Mikroskopische Verformung des weichen Materials aufgrund der Mikrotopografie der starren Walze; Unten: Hydrodynamische Druckverteilung des Schmierfilms in der Oberflächenrauheit (Quelle: AC2T research GmbH)
Oben: Mikroskopische Verformung des weichen Materials aufgrund der Mikrotopografie der starren Walze; Unten: Hydrodynamische Druckverteilung des Schmierfilms in der Oberflächenrauheit (Quelle: AC2T research GmbH)

Projektkoordination (Story)

Dipl.-Ing. Dr. Martin Jech
Projektleitung
AC2T research GmbH

Diese Success Story wurde von AC2T research GmbH und den genannten Projektpartnern zur Veröffentlichung auf der FFG Website freigegeben. Das COMET Zentrum InTribology1 wird im Rahmen von COMET – Competence Centers for Excellent Technologies durch BMK, BMAW sowie den Bundesländern Niederösterreich und Vorarlberg gefördert. Das Programm COMET wird durch die FFG abgewickelt. Weitere Informationen zu COMET: www.ffg.at/comet