Projekte
Das Projekt TriFluorium wurde aus einem äußerst wettbewerbsintensiven Feld von mehr als 1.200 Einreichungen als eine der führenden Innovationen ausgewählt. Diese prestigeträchtige Auszeichnung unterstreicht das transformative Potenzial des Projekts, Recyclingtechnologien für hochstabile organische Fluorverbindungen grundlegend zu verändern. Im Fokus stehen dabei PFAS und insbesondere die Umwandlung von Fluorpolymeren in stabile, marktrelevante anorganische Fluoride.
TriFluorium verfolgt das Ziel, die Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft durch einen neuartigen Recyclingansatz auf Basis der Tribolyse zu erweitern – einem mechanochemischen Verfahren, das eine sichere, nachhaltige und effiziente Rückgewinnung von Fluor in wertvolle industrielle Rohstoffe wie Flussspat ermöglicht. Angesichts der entscheidenden Bedeutung von Fluorpolymeren für Schlüsselindustrien wie die Halbleiterfertigung, Wasserstoffproduktion, Brennstoffzellen und Elektromobilität ist die Entwicklung geeigneter Recyclingstrategien essenziell. Sie trägt dazu bei, die Grenzen heutiger Entsorgungsverfahren zu überwinden und die Abhängigkeit von importiertem Flussspat als kritischem Rohstoff zu verringern, dessen Recyclingquote innerhalb der EU derzeit lediglich rund 1 % beträgt.
„Wir fühlen uns geehrt, unter einer so renommierten Auswahl an High-Risk-High-Gain-Projekten mit höchster wissenschaftlicher Exzellenz ausgewählt worden zu sein“, sagt Lucia Pisarova, Projektkoordinatorin bei der AC2T research GmbH. „Diese Anerkennung bestätigt unsere Vision und bestärkt uns in unserem Engagement, durch innovative und nachhaltige Recyclingtechnologien einen echten Beitrag zu leisten.“
Das Projekt TriFluorium hat zum Ziel, die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen für eine tribolytische Fluor-Recyclingtechnologie zu schaffen, die auf hochstabile organische Fluorabfälle anwendbar ist. Mithilfe eines speziell entwickelten Tribo-Reaktors im präparativen Maßstab soll ein Proof of Concept für ein robustes, energieeffizientes und sicheres tribolytisches Recycling erbracht werden. Dabei werden perfluorierte Verbindungen in sichere und stabile anorganische Fluoride umgewandelt. Dieses Verfahren leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung zentraler Umweltprobleme, sondern stärkt zugleich die Kreislauffähigkeit von Fluorressourcen. Dadurch wird die Abhängigkeit von abgebautem Flussspat reduziert und gleichzeitig ein hochwertiger Rohstoff bereitgestellt, der frei von störenden Begleitelementen natürlicher Erze ist.
Fluor und Flussspat werden von der Europäischen Union als kritische Rohstoffe eingestuft. Ausschlaggebend dafür sind ihre unverzichtbare Rolle in zahlreichen industriellen Anwendungen sowie das hohe Risiko von Unterbrechungen in den globalen Lieferketten. Durch die nachhaltige Rückgewinnung von Fluor leistet TriFluorium einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der europäischen Industrie und fördert eine widerstandsfähige sowie ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft.
Diese Auszeichnung bringt nicht nur großes Ansehen mit sich, sondern eröffnet auch neue Möglichkeiten für Kooperationen, Förderungen und eine breitere Umsetzung der entwickelten Technologie. Während das Projekt weiter voranschreitet, bleibt das Team entschlossen, seine Wirkung kontinuierlich zu steigern und innovative Lösungen für die Kreislaufwirtschaft fluorbasierter Materialien voranzutreiben.
Projektkoordination
Dr.techn. Lucia Pisarova
Projektleitung
AC2T research GmbH
Projektzeitraum
- 01.02.2025 - 31.01.2029 (48 Months)
Finanziert unter
- The European Innovation Council (EIC)
- € 2.913.913,75
Funded by the European Union under Pillar III “Innovative Europe” within European Innovation Council (EIC) call HORIZON-EIC-2024-PATHFINDEROPEN-01 with assigned Grant Agreement No. 101187492 and DOI: 10.3030/101187492.